Film über Arendsee / Preview am 19. August im Kloster

Ein „Paradies im Nirgendwo“ sei Arendsee, und das inspirierte Nina Rothermundt dazu, in dem Streifen „Der Osten – entdecke, wo du lebst“ Menschen zu begleiten, die mit Arendsee in besonderer Weise verbunden sind und die erstaunliche Wandlung dieses Erholungs- und Sehnsuchtsorts miterlebt haben. Der Film „Der Arendsee – Paradies im Nirgendwo wird am Dienstag, 23. August, 21 Uhr, im MDR-Fernsehen gezeigt und vorab am Freitag, 19. August, 19 Uhr, im Kloster Arendsee (Eintritt frei).

Der Film sieht Arendsee als „Paradies im Nirgendwo“: Im gleichnamigen Film lässt Nina Rothermundt Menschen zu Wort kommen, die in besonderer Weise mit der Stadt und dem See verbunden sind. Fotos (4): Archiv/az

„Der Arendsee im nördlichesten Zipfel Sachsen-Anhalts war einst ein Urlaubsparadies mitten im militärischen Sperrgebiet: Während am Nordufer die Grenzsoldaten patrouillierten, genossen gegenüber die Urlauber ihre Ferien – an weißen Stränden und im Kiefernwald“, schickt Jochen Vinzelberg von der Programmdirektion Halle vorweg. Gerade diese Abgeschiedenheit sei es, die den Arendsee schon immer einzigartig machte – ob als Ostsee-Ersatz für die Urlauber im FDGB-Ferienheim, als Paradiesgarten für den berühmten Ur-Hippie Gustaf Nagel oder einfach als traumhafter Ort zum Leben für die Menschen hier oben „in the Middle of nüscht“.

Erinnerungen von Heiko Seifert

Heiko Seifert segelt seit 1980 auf dem See.

„Hier am Nordufer war Schluss. Anlegen verboten hieß es über 30 Jahre lang.“ Daran erinnert sich Heiko Seifert, als wäre es heute. Seit 1980 segelt er auf dem Arendsee, fuhr damals Regatten, heute Touristen. Die skurrile See-Tempelanlage am Südufer, von der nur Überreste geblieben sind, lockte vor hundert Jahren scharenweise Besucher in den gleichnamigen Ort Arendsee. Der Wanderprediger Gustaf Nagel hatte hier seinen Paradiesgarten errichtet und propagierte ein naturnahes Leben, Vegetarismus und freie Liebe.

Sonja Nowak erzählt vom Waldheim

Das 1928 eröffnete Kurhotel Waldheim wurde später FDGB-Ferienheim – wo Sonja Nowak an der Rezeption arbeitete. 80 Mitarbeiter waren dort ganzjährig beschäftigt. „Pro Durchgang hatten wir bis zu 600 Urlauber. Es gab Kinderbetreuung, Schwimmbecken, Räder zum Ausleihen, einen Kiosk und sogar eine Sauna. Im Arendseer Waldheim einen Ferienplatz zu bekommen, war wie ein 6er im Lotto.“

Wo einst das Waldheim stand, soll das „Waldheim-Resort“ entstehen. Sonja Nowak erinnert sich an früher.

Nach der Wende wurde es ruhiger im Urlauber-Paradies. Das ehemalige FDGB Heim: längst verfallen und abgerissen. Jetzt soll ein luxuriöses „Waldheim-Resort“ entstehen. In exklusiver Lage direkt am See sind ein Hotelkomplex und exquisite Wohnungen geplant.

Hommage von Familie Kral

Tom und Ricarda Kral mit den Töchtern Mia und Dunja können sich keinen besseren Ort zum Leben vorstellen: „Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen.“ Und: „Wer aus Arendsee stammt, kehrt immer zurück!“  pm/mei

Von der Tempelanlage gibt es nur noch Überreste.

Quelle: Ulrike Meineke ALTMARKZEITUNG

Quellenangabe: Altmarkkreis Salzwedel vom 29.07.2022, Seite 7

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